Homöopathie für ein nicht geschätztes Souvenir – Nachkriegstrauma / PTBS

Zeiten andauernden und potenziell bevorstehenden militärischen Konflikten sind kampfbezogene Verletzungen ein Thema das nicht ignoriert  werden darf und nicht ignoriert werden sollte. Die militärische Kriegsführung ist nicht nur schädlich und zerstörerisch für eine vernichtende Zahl unbeteiligter Menschen, sondern sie hinterläßt auch in vielen Fällen den Soldatinnen und Soldaten ein schlechtes Andenken an ihre Entsendung in Krisen oder Kriegsgebiete.

Während viele dieser „Verletzungen“ physische Schäden des Kampfpersonals bedeuten, bringen viele Soldatinnen und Soldaten scheinbar unsichtbare Verletzungen mit nach Hause. Diese werden häufig ignoriert und häufig fehlinterpretiert. Angst- und Belastungstraumta gibt es immer häufiger, diese werden aber bisher nur unzureichend anerkannt und behandelt.

PTBS, posttraumatische Belastungsstörung, ist das Trauma, das sich aus der Erfahrung mit Krieg, Krisen oder Terror entwickeln kann. PTBS wurde erstmals bei Vietnam-Krieg-Veteranen nachgewiesen, allerdings erst 1980 von der American Psychiatric Association als psychische Störung eingestuft und klassifiziert. Zunehmende Zahlen von Militärpersonal weisen Symptome auf, die mit ihren Erfahrungen während der Entsendung in Kriegsgebieten und dem Kampfeinsatz verbunden sind.

Es handelt sich nicht um gelegentliche Angstzustände, sondern um mentale Zustände, die durch Leiden definiert werden, die Menschen daran hindern, ein normales Leben zu führen. Charakteristisch für diese Art von Angst- und Trauma-störungen sind anhaltende, überwältigende Zustände von Angst und Sorge. Diese Phasen können lähmend wirken und erscheinen möglicherweise als nicht beherrschbar. Panik, Phobien, Zwang und Depression können sich vereinen, so dass der Betroffene nicht in der Lage ist, normal seinen Lebens-alltag zu meistern.

Die konventionelle Medizin verwendet medizinische und psychoanalytische Ansätze, um den an PTBS erkrankten Personen zu helfen. Jedoch werden immer mehr ganzheitliche und komplementäre medizinische Therapien von Patienten angewandt, um die Symptome von Trauma-syndromen zu lindern. Es gibt wenig Forschung über die Wirkung von komplementäre und alternative Medizin in der Behandlungen für PTBS, aber Erfahrungsberichte bieten vielversprechende Empfehlungen der Wirksamkeit bei diesem Syndrom.

Der ganzheitliche Therapieansatz der alternativen und komplementären Medizin, der die Gesamtheit der Patienten, die physische, mentale und emotionale Ebene, berücksichtigt, kann somit Linderung, und Genesung des Individuums insgesamt erreichen.

Die Homöopathie, ist eben auf Grund ihrer Erfassung des Gesamtzustandes der Patienten und der großen Anzahl von Mitteln in den homöopathischen Materia Medicae, die in ihren Prüfungsbildern spezifische Symptome ausdrücken, die dem Syndrom der PTBS zugeschrieben werden können, geradezu predestiniert für die Behandlung von Patienten dieses Symptomenkomplexes.

Homöopathische Kummer-Arzneien

Wir haben in den letzten Jahren herausfordernde Zeiten durchgemacht und für viele von uns sind Verlust und Trauer unangenehm real geworden. Im Folgenden sind drei gängige homöopathische Mittel aufgeführt, die dabei helfen können, solch schwierigen Zeiten zu überstehen.

Homöopathie ist ein sanfter Behandlungsansatz, der in Phasen der Trauer, eines Traumas, einer Depression und anderer Dysbalancen, sanfte Hilfe bieten kann.

Ignatia: Das Bedürfnis nach diesem Mittel wird durch Trauer, Verlustserfahrung, Sorge, Schock und Enttäuschung ausgelöst. Die Person die dieses Mittel benötigt ist leicht erregbar, nervös und kann unberechenbar sein. Stilles Grübeln, Traurigkeit und Melancholie, viel Seufzen und Schluchzen begleiten das Trauma und den Kummer. Diese Person schluckt ihre Trauer herunter, wenn sie mit anderen zusammen oder von anderen Menschen umbegen ist, und weinen nur, wenn sie allein ist.

Natrium muriaticum: Dieses Mittel eignet sich für Symptome, die auf Wut, Verlust, Kummer, Furcht und Schrecken folgen. Diese Person ist gereizt, weinerlich, traurig und sogar hysterisch. Er oder Sie kann durch Kleinigkeiten wütend werden und durch kleine, unwichtige Dinge auf tragische Weise gerührt sein. Es gibt Ängste und Seelenpein hinsichtlich der Zukunft. Der Einzelne zieht die Einsamkeit der Gesellschaft vor, ist nicht in der Lage, regelmäßige geistige Arbeit zu verrichten, ist seiner Umgebung gegenüber gleichgültig, kann in Tränen ausbrechen, doch alle Trostversuche verschlimmern den Zustand nur.

Rosenquarz: Alle Arten von Kummer aufgrund emotionaler Traumata, unerwiderter Liebe, Enttäuschung, Trennung oder Verlust reagieren sehr gut auf Rosenquarz. Es ist ein Mittel gegen Trauer, bei dem ein starkes Verantwortungsgefühl gegenüber geliebten Menschen auf den Schultern der Menschen liegt, die dieses Mittel benötigen. Wenn Kinder, die zu Hause unter elterlichen Konflikten leiden, sowohl ihre Mutter als auch ihren Vater zufriedenstellen und besänftigen wollen, beispielsweise in einer Familie, in der eine Scheidung droht, dann benötigen diese Kinder Rosenquarz. Diese Kinder sind gestresst und leben in einem ständigen Angstzustand. Ähnlich verhält es sich bei der Symptomatik von Rosenquarz beim Erwachsenen.

Roemheld Syndrom – Wenn Herzschmerz nicht vom Herzen kommt!

Wenn es einem am Herzen unwohl ist, man wahrnimmt dass da etwas nicht so ist wie sonst, ist man schnell beunruhigt, oder sogar beängstigt. Kein Wunder, ist das Herz doch das Hauptorgan das uns am Leben hält. Aber, nicht immer muss gleich das Herz erkrankt sein. Oftmals kann der Ursprung für gefühltes Herzleiden ganz woanders liegen, und häufig können kleine Veränderungen bei Lebens-führung oder -gewohnheiten ausreichen um Unwohlsein zubeheben.

Es hat sich in unserer modernen Zeit gezeigt dass viele unserer Lebensgewohnheiten, vorallem unsere zunehmend hektische Lebensweise, unsere Gesundheit belasten. Unsere Work-Life-Balance ist stark auf Stress ausgerichtet und unsere Ernährungspräferenzen werden von der verfügbaren Zeit und unserem Einkommen bestimmt. Es ist nicht überraschend, dass unsere Gesundheit dadurch negativ beeinflusst wird. Es entwickeln sich immerzu neue „Lifestyle“-beschwerden die uns beeinträchtigen. Eine solche “moderne” Krankheit, die ihre ursächlichen Faktoren in unseren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten haben kann, ist zweifellos das “Römheld-Syndrom”. 

Der Gastrokardiale-symptomenkomplex wurde erstmals in den frühen 1930er Jahren als eigenständiges Syndrom identifiziert und beschrieben, als Dr. Ludwig Römheld die durch gastrointestinale Beschwerden verursachte Symptomatik identifizierte.

Die Beschwerden eines Römheld-syndroms ähneln denen der Angina Pectoris, weshalb beide auch gerne verwechselt werden. Herzkopfen, Rhytmusstörungen, Durchblutungsstörungen, Schwindel, Atemnot, und damit verbundene Zustände von Angst, sind nicht selten auf das Syndrom zurückzuführen. Ausserdem kommt es im Zusammenhang mit “Röhmheld” zu Magen-Darm-Beschwerden, Gas-ansammlung im Magen/Darm-trakt, Übelkeit, Hitzewallungen, und Schlafstörungen, um nur einige zu benennen.

Die Ursache des Syndroms ist letztlich die Gasentwicklung im Verdauungstrakt. Entstehen kann dieses durch Mangelernährung, Nahrungsmittelintoleranz, Verdauungsstörungen, Sprechen beim Kauen oder aber durch erhöhtest Luft-schlucken. Aber auch Lebensstilfaktoren wie Stress, Ärger oder Depression sind dem zuträglich. Unsere sitzende Lebensweise kann ebenfalls eine Rolle spielen. Da wir den größten Teil unserer Arbeit im Sitzen erledigen, wenig Sport treiben, schnell und ungesund essen, sind wir anfällig. Solche Gewohnheiten machen uns früher oder später krank! Es gibt jedoch auch Krankheitsfaktoren, die das Römheld-Syndrom begünstigen. IBS, das Reizdarmsyndrom, wird als eine potentielle Ursache des Römheld-syndroms gesehen, ebenso wie die Existenz einer Hiatushernie. Auch eine neuronale Beteiligung des Vagusnervs wird bei der Entwicklung der Römheld-Symptomatik in Betracht gezogen.

Während eines “Anfalls” verdrängt der aufgeblähte Magen-Darm-Trakt die Organe in der Brusthöhle. Dem Patienten scheint der Platz in der Brust zu fehlen. Der aufgeblähte Bauch und die Gedärme drücken die Lungen zur Seite und erzeugen einen Druck auf das Herz, was zu Angst, Atemschwierigkeiten, Druckgefühl, Schwäche, Schwindel und Ohnmacht führen kann. Die Pulsfrequenz erhöht sich, Herzklopfen und Rhytmusstörungen können in Form von Tachykardie (schneller Puls) oder Extrasystolen auftreten. Weil die Symptomatik am Herzen empfunden wird führt sie einen Patienten nicht selten in die Obhut eines Kardiologen.

Bei durch Krankheit bedingten Ursachen, müssen diese behoben werden um Abhilfe von der Symptomatik zu schaffen. In Fällen in denen keine ursächliche Erkrankung vorliegt, empfiehlt die konventionelle Medizin die Verabreichung von Medikamenten, die Blähungen reduzieren und die Entwicklung von Gas im Verdauungstrakt hemmen.

Auch die Homöopathie hat diverse Mittel zur Verfügung um dauerhafte Abhilfe zu schaffen. Die Auswahl eines probaten Mittels bedarf allerdings einer individuellen Fallaufnahme und Mittelfindung, da die Homöopathie die Ursache behandelt und Symptome nicht nur kurzzeitig palliiert.

Doch man kann selbst der Entstehung eines Römheld-syndroms entgegenwirken und Symptome günstig beeinflussen. Viel kann bereits mit kleineren Änderung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten erreicht werden. Die Vermeidung bestimmter Nahrungsmittel kann Symptome lindern und Anfälle vorbeugen.

Zum Beispiel kann es hilfreich sein den Konsum von Alkohol und von kohlensäurehaltigen Getränken zu reduzieren. Diese Getränke fördern die Verdauung im Darm und regen die Gas-produktion an. Fastfood, fetthaltige Mahlzeiten, Gemüse aus der Familie der Zwiebeln, Kohl, Hülsenfrüchte, Gebäck und insbesondere Weißmehlprodukte sollten vermieden werden. Diese Veränderungen können dazu führen die Verdauungsaktivität des Magens und des Darms zu beruhigen. Akute Linderung kann manchmal auch durch Kräutertees wie Fenchel, Melisse, Minze, Wacholder oder Schwarzkümmel erreicht werden.